Scratch ist ein vom MIT1 entwickeltes und weltweit verbreitetes digitales Baukastensystem, ein pädagogisch wertvolles und auf mathematische (Grund-)Ausbildung ausgelegtes Programmierungstool, das schon Kinder und Jugendliche in die Lage versetzt, selbst Computerprogramme und -spiele sowie interaktive Kommunikationsmittel zu entwickeln. Scratch funktioniert wie ein Lego-Baukasten und fördert auf spielerische Weise das logische, mathematische, analytische und algorithmische Denken.

Der Anwendungsbereich von Scratch ist dabei keineswegs auf das Gebiet Mathematik/Computer beschränkt: Scratch ermöglicht es unter anderem,

  • interaktive Geschichten zu erzählen (Sprachunterricht),
  • geometrische Kunstformen, ähnlich der Op-Art, zu erzeugen,
  • Musikstücke zu komponieren und zu instrumentieren (Musikunterricht),
  • Modelle und Simulationen zu programmieren (Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften).

Diese ‑ im anglo-amerikanischen Sprachraum entwickelten ‑ Lehr- und Lernkonzepte (game based learning, meaningful play, serious games) spielen in der internationalen Diskussion um schulische und außerschulische Bildung aktuell eine große Rolle2.

 

1 Das „Massachusetts Institute of Technology“. Eines der renommiertesten Institute dieser Universität ist das von Nicholas Negroponte gegründete „MIT Media Lab“. Innerhalb des Media Lab entwickelte Mitchell Resnick mit seiner Forschungsgruppe „Lifelong Kindergarten Group“ die graphische Programmierumgebung Scratch.

2 Allein im Jahr 2016 finden auf US-amerikanischem Boden zwei bedeutende Konferenzen zum Thema statt, die „Serious Play Conference“ im Juli in North Carolina und die „International Academic Conference of Meaningful Play“ im Oktober in Michigan, beide nach derzeitigem Kenntnisstand ohne deutsche Beteiligung auf dem Podium.